Das britische Unternehmen Nyobolt beschäftigt sich mit einer Schwachstelle heutiger Batteriesysteme: die langen Ladezeiten. Der neue Technik-Ansatz basiert auf einer speziellen Anoden-Chemie.
Die Geschichte von Nyobolt beginnt in der Forschung. Das Unternehmen entstand aus Arbeiten am Department of Chemistry der University of Cambridge im Umfeld der Batterieforschung. Dame Clare Grey und Sai Shivareddy haben Nyobolt 2019 als Spin-out gegründet. Der Name ist eine Anspielung auf das Element Niob, das Ausgangsmaterial der Technik und der Grund dafür, dass die Energiespeicherlösungen mit großer Geschwindigkeit laden und entladen können. Im Mai 2026 erreichte Nyobolt den Unicorn-Status mit einer Unternehmensbewertung von einer Milliarde US-Dollar.
Moderne Rechenzentren müssen mit voller Kapazität laufen, ohne dass es zu Ausfällen oder einer Überlastung des Stromnetzes kommt. Herkömmliche Blei-Säure- oder Standard-Lithium-Ionen-Batterien stoßen bei den extremen, sprunghaften Lastwechseln von High-End-GPU-Servern schnell an ihre Grenzen. Auch wenn die maximale GPU-Leistung nur sporadisch auftritt, sind dennoch Netzanschlüsse, Transformatoren und andere Komponenten für diese Spitzen zu dimensionieren. Insbesondere KI-Trainings- und Inferenz-Workloads verursachen große, schnelle Leistungsschwankungen. Beim gleichzeitigen Betrieb zahlreicher GPUs kann der Strombedarf innerhalb von Millisekunden stark ansteigen. Das System reagiert äußerst empfindlich auf geringfügige Störungen der Rechen- oder Netzwerkverbindungen und damit auch auf Strom- oder Spannungsabfälle. […]
Fachartikel für DataCenter Insider